20030612 \  Rezensionen \  Monitoring Informationswirtschaft
Monitoring Informationswirtschaft
6. Faktenbericht und 3. Trendbericht erschienen
Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit haben NFO Infratest (München) und das IIE Institute for Information Economics (Hattingen) im Rahmen des Forschungsprojektes „Monitoring Informationswirtschaft“ seit 2000 regelmäßig über den Entwicklungsstand der deutschen Informationswirtschaft und Deutschlands Positionierung im internationalen Vergleich berichtet.
Der jetzt vorliegende 6. Faktenbericht beinhaltet ein umfassendes Paket von Indikatoren und Zeitreihen zur Informationswirtschaft, zu den infrastrukturellen Voraussetzungen sowie zu den aktuellen Anwendungsfeldern moderner Informations- und Kommunikationstechnologien. Der 3. Trend-bericht untersucht auf der Grundlage von über 100 Interviews mit Branchenexperten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung Fragen der konjunkturellen Aussichten, der Beschäftigungsentwicklung und des Qualifikationserwerbs, der Geschäfts- und Innovationschancen sowie der Perspektiven von E-Government und E-Learning.
Trotz der konjunkturellen Eintrübung  hatte die deutsche Informationswirtschaft im Berichtszeitraum mehrere Durchbrüche zu verzeichnen: Die Zugangskosten für die Internet-Nutzung gingen abermals deutlich zurück. Die Frauen haben in der Internet-Nutzung nahezu die Männer erreicht. Elektronische Dienste, die öffentliche Einrichtungen den Bürgern verfügbar machen, werden in stark steigendem Maße in Anspruch genommen. Der Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen, die sich am elektronischen Handel beteiligen, nahm deutlich zu.
Die deutsche Informationswirtschaft nimmt weiterhin in einer Vielzahl von Fällen einen Spitzenplatz in Europa, wenn nicht weltweit ein. So befindet sich Deutschland weltweit u. a. hinsichtlich ISDN-und DSL-Penetration, der Internet-Präsenz von Unternehmen sowie der Zahl der B2B-Marktplätze und Internetnutzer in der Spitzengruppe. Platz 1 in Europa hält Deutschland u. a. beim E-Commerce- und M-Commerce-Umsatz, bei der Zahl der Internet-Hosts und bei den Online-Werbeausgaben.
Auch wenn die konjunkturelle Lage die kurzfristigen Einschätzungen der Führungsetagen nicht unbeeinflusst gelassen hat, die mittel- und langfristigen Geschäftsaussichten werden von den informationswirtschaftlichen Managern über die Jahre hinweg erstaunlich konstant und insgesamt sehr positiv gesehen. Nach kurzfristigen Geschäftsaussichten befragt, ergaben sich als „Gewinner des Jahres 2002“ vor allem Sicherheit im Netz, individualisierte und auf kleine Zielgruppen zielende Produkte und Dienstleistungen sowie E-Govern-ment. Auf lange Sicht wurden die Geschäftschancen besonders von E-Commerce und Mobilkommunikation, die 2002 vorübergehend zurückgefallen waren, positiv bewertet.
Nachdem im 2. Trendbericht umfassende und gravierende Kooperationsdefizite zwischen Anbietern und Anwendern festgestellt wurden, fanden unter anderem in Kooperation mit der AIIM International und PROJECT CONSULT Workshops statt, in denen Anbieter und Nutzer Empfehlungen erarbeiteten, wie diese Defizite zu beheben seien. Die sich aus dem Workshop mit AIIM und PROJECT CONSULT ergebenden sogenannten „Hamburger Thesen“ sind gleichfalls im 3. Trendbericht wiedergegeben.
Staatssekretär Tacke vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit erklärte: „Mit den beiden heute veröffentlichten Berichten ist das auf drei Jahre angelegte Monitoring-Projekt abgeschlossen. Wegen seiner großen Akzeptanz in der Fachöffentlichkeit und der anhaltend starken Nachfrage haben wir uns jedoch entschlossen, das Projekt in einer zweiten, wiederum dreijährigen Phase als „Monitoring Informationswirtschaft 2003 - 2006“ fortzuführen. Die nächsten Fakten- und Trendberichte werden im Frühjahr 2004 veröffentlicht.“
Die aktuellen Fakten- und Trendberichte zum „Monitoring Informationswirtschaft“ können im Internet unter 
http://www.bmwi.de und www.password-online.de heruntergeladen werden.
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (Hrsg.) 
Monitoring Informationswirtschaft 
6. Faktenbericht und 3. Trendbericht 
Berlin 2003 
 (Dr. Willi Bredemeier, IIE)
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