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ECM auf der CeBIT 2007 – ein kleiner Rundgang
Trotz der Meldungen über zurückgehende Besucherzahlen im Vorfeld, waren die Messehallen voll und die meisten Aussteller guter Dinge. Einige Hersteller waren jedoch auch nur an Partnerständen vertreten und manche erst gar nicht auf die Messe gekommen. Es bleibt abzuwarten wie viele diesem Trend im nächsten Jahr folgen werden.
Interessenten-freundlich haben sich die ECM-Anbieter auf drei Hallen konzentriert: Im Public Sector Parc in Halle 9 waren die Lösungen aus dem eGovernment und dem Gesundheitsbereich zu sehen. In Halle 3 tummelten sich einige Anbieter - vor allem aus dem WCM-Umfeld - rund um die von Kongress-Media veranstaltete Content-Management-Arena. Der Großteil der Hersteller hat sich aber in Halle 1 in unmittelbarer Nachbarschaft angesiedelt, wo auch der Gemeinschaftsstand des VOI zu finden war.
Was die Haupttrends angeht: SOA machen alle, im Zweifelsfall auch besser als alle anderen, nur scheint noch kein einheitliches Verständnis der technischen Umsetzung und der Granularität der Dienste zu existieren. Auch über all zu hören und zu lesen ist Web 2.0, Social Software Komponenten sind bei vielen Anwendern zu finden. DMS und Archive haben schon viele, BPM ist das nächste große Ding, da in den Prozessen das meiste ungenutzte Potential an Effizienz-Stei-gerung liegt. Angetrieben durch das EHUG sowie andere neue gesetzliche Vorgaben bildete E-Mail-Management einen weiteren Schwerpunkt. Auch in diesem Jahr war das Thema automatisierter Posteingang wieder für viele Besucher von großem Interesse.
Ein kleiner Rundgang
Ein Rundgang kann nie vollständig sein. Nimmt man allein die Zahlen aus dem CeBIT-Messekatalog für Content Management, Archivierung, Dokumentenmanagement, Workflow, Speichersysteme usw. zusammen, müssen sich mehrere hundert Anbieter in diesem Umfeld getummelt haben. Ein kurzer Überblick zu einigen Angeboten –wertneutral in der Reihenfolge der Besuchstermine aufgelistet.
SAP (http://www.sap.com) präsentierte auf seinem Hauptstand u.a. sein SOA-Konzept, die Enterprise Service Oriented Architecture (ESOA), und mit viel Show die Verknüpfung mit Microsoft Office, die Duet-Lösung. Die Lösung, die Anwendern die Nutzung von SAP-Funktionalitäten aus Outlook heraus ermöglicht, existiert bisher nur für dedizierte Geschäftsprozesse wie die Arbeitszeiterfassung und ist noch nicht produktiv im Einsatz. Es sollen eine feinere Modularisierung der Funktionalitäten und eine API folgen. Am zweiten SAP-Stand im Public Sector Parc wurden die Lösungen für die öffentliche Verwaltung gezeigt. Mit dem SAP Records Manager ist die elektronische Aktenverwaltung mit der integrierten Vorgangsbearbeitung gemäß DOMEA-Konzept umgesetzt. DOMEA 1.2 wird in spezifischen Fachakten-Lösungen unterstützt, die Unterstützung von DOMEA 2 ist nach nicht nur positiven Erfahrungen in der Anwenderakzeptanz in bisherigen DOMEA-Projekten nicht geplant. Die Umsetzung von DOMEA in den Fachakten erfolgt nicht eins zu eins, so kann in der SAP-Lösung z.B. ein Dokument in mehreren Akten abgelegt werden, was DOMEA nicht vorsieht. Die Strategie von SAP sieht die Fachaktenlösungen als Einstieg in das papierlose Arbeiten vor, so dass die Nutzer Vorteile erkennen und sukzessive der Wunsch nach mehr elektronischer Aktenverwaltung zunimmt und schließlich die Anwender dann auch bereit für die Umsetzung des DOMEA-Konzeptes sind.
Ebenfalls im Public Sector Parc präsentierte sich Authentidate (http://www.authentidate.de) mit seinen Lösungen zur elektronischen Signatur, in unmittelbarer Nähe zu einem wichtigen Kunden, der DAK mit ihrer Lösung zur elektronischen Gesundheitskarte.  An dem Projekt ist Authentidate als Partner der ISKV am Aufbau der notwendigen Telematik Infrastruktur beteiligt, und ist z.B. verantwortlich für das Sicherheitskonzept der DAK. Die Signaturlösung von Authentidate ist nicht nur in den meisten großen ECM-Produkten eingebunden, sondern wird auch als Webservice unter www.signamus.de zum Signieren von elektronischen Rechnungen und auch der Prüfung von elektronischen Signaturen angeboten. Im Themenbereich elektronische Signatur wird das Nachsignieren verfallener Signaturen kontrovers diskutiert. Der Geschäftsführer von Authentidate macht es vom Einsatzzweck der elektronischen Signatur abhängig, ob das Nachsignieren sinnvoll ist oder nicht: In den Fällen, in denen die elektronische Signatur wirklich eine Unterschrift ersetzt, wird das Nachsignieren für erforderlich und sinnvoll gehalten.  Das Ausdrucken von elektronischen Signaturen als 2-dimensionale Barcodes wird als temporäres Phänomen angesehen, dass wieder verschwinden wird, wenn die Empfänger solcher Dokumente realisieren, welcher Aufwand sich für sie durch dieses Verfahren ergibt.
RedDot (http://www.reddot.de), jetzt RedDot The Open Text Web Solutions Group, legte vor allem Wert auf die Integrationslösungen in die gängigen Portale wie SAP, Microsoft oder IBM. Als neues Feature wurde die Integration der SAP TREX Suchmaschine präsentiert, die auch die Redaktionsinhalte über die Portalsuche recherchierbar macht. Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Thema Social Computing. Im Umfeld von Web 2.0 – eines der Schlagworte der Messe - versucht RedDot sich von seinen Mitbewerbern abzugrenzen, indem sie betonen, nicht nur reine Funktionalitäten, sondern Ansätze für die sinnvolle Einbindung der Technologien und die Verknüpfung mit den Unternehmensdaten v.a. für mittelständische Unternehmen anzubieten. Die Open Text Roadmap wird im April auf der Link-Up Veranstaltung präsentiert. Klar ist, dass bei RedDot der komplette WCM-Bereich angesiedelt wird, so dass auch die Produkte Obtree und GAUSS und die Mitarbeiter aus diesen Bereichen bei RedDot integriert werden. Zunächst werden die drei Produkte parallel weitergeführt und auch weiterentwickelt, mit dem langfristigen Ziel einer Integration in die RedDot-Lösung. Die RedDot-Lösung unterstützt den Portlet-Standard JSR 168 und die Unterstützung des JSR 283 ist in Planung, am Markt wird jedoch dafür keine nennenswerte Resonanz gesehen. Viel wichtiger als die Standards sei jedoch die direkte, zertifizierte Anbindung an große Portalanbieter, wie SAP, Microsoft und IBM. Hier werde viel mehr als der Standard geleistet. Zur Archivierung von Webtransaktionen und Webseiten besteht seit 2005 eine Integration des EASY-Archivs als „silent-archive“. Die Seiten werden zum einen als PDF eingefroren, zum anderen werden die Seiten so archiviert, dass der Zustand zu einem späteren Zeitpunkt wieder herstellbar ist. Geplant ist auch die Integration des IXOS-Archiv, das Bestandteil des eigenen OpenText-Portfolios ist.
Die P8-Plattform von FileNet (http://www.filenet.de) war natürlich auf dem IBM-Stand zu finden, allerdings nicht ganz einfach in dem sehr weitläufigen und dicht besiedelten IBM-Areal. Als neue Features der P8 4.0 Version wurden vor allem die offene, standardbasierte J2EE-Architektur und das BPM-Modul betont, welches im letzten PROJECT-CONSULT Newsletter vorgestellt wurde. Betont wurde auch die Unabhängigkeit von IBM-Produkten aus dem Datenbank und Speicher-Bereich: Ein Bundle mit der DB2 von IBM gibt es nicht und die IBM Speicherlösungen wie TSM und die DR 550 wurden schon immer unterstützt. Diese Strategie ist Teil der vollständigen Unabhängigkeit der FileNet Plattform, d.h. die Plattform ist unabhängig von der Datenbank, der Storage-Lösung und der Applikation, was als Alleinstellungsmerkmal von FileNet angesehen wird. In Hinblick auf die Positionierung gegenüber dem Content Manager von IBM, wird dieser als ein mögliches Fremd-Repository unterhalb der Content Engine betrachtet. IBM-Lösungskomponenten wie die Produkte Common Store, On Demand und OmniFind sollen zukünftig in die FileNet-Lösung integriert werden.
Ebenfalls auf dem IBM-Stand (http://www.ibm.de) von Interesse war das ILM-Konzept, das in der DR550 als „out-of-the-box“-Lösung umgesetzt ist. Dabei handelt es sich um eine hybride Lösung, die Festplatte und Tape als Speicherkomponenten integriert einsetzt, welche als Anwender als eine Speicherumgebung angesprochen wird. Die Lösung ist Dank einer Java-basierten API völlig offen. Die Aufbewahrung der Dokumente ist entweder durch Angabe der Aufbewahrungsfrist beim Speichern oder Event-basiert umsetzbar. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, langfristig aufzubewahrende Dokumente noch in Kopie auf der Platte bereitzustellen, so lange häufiger Zugriff erwartet wird. Mit dieser Lösung zur revisionssicheren Archivierung positioniert sich IBM gegenüber dem CAS-Konzept der Centera-Lösung von EMC mit dem Argument, dass die eigene Lösung auf Grund der Verwendung der Tapes kostengünstiger sei.
Fast gleich nebenan präsentierte sich EMC (http://www.emcsoftware.de), u. a. mit der neuen Version des EMC Documentum ApplicationXtender und der Documentum Process Suite, der BPM Komponente der ECM Plattform. Teil der Documentum Suite sind die e-Rooms, die als Arbeitsumgebung zur Kollaboration dienen sollen, aber auch als einfacher File-System–Ersatz genutzt werden. In diesen sind auch kleinere Workflows möglich, zur Automatisierung auf-wendigerer Abläufe wird jedoch das BPM-Tool ein-gesetzt.
Im Bereich der E-Mail-Archivierung basiert die Lösung auch nach der Übernahme von Captiva auf Legato. Hier bietet EMC zum einen die automatische Archivierung des Posteingangs mit dem EmailXtender an, und zum anderen ist innerhalb von Documentum die Ablage von E-Mails zusammen mit anderen Dokumenten in einer Art „virtuellen Akte“ möglich. Im Bereich der Speicherprodukte zog die Centera-Lösung für die Langzeitarchivierung unveränderlicher Daten viele Besucher an. Betont wurde hier von beiden Seiten die Unabhängigkeit der ECM-Lösung von dem Speichersystem zur revisionssicheren Langzeitarchivierung. Durch die Spiegelung der Platten und das intelligente SDK, welches u.a. das Loadbalancing steuert, ist das Speichersystem hochverfügbar und zeichnet sich durch eine hohe Ausfallsicherheit aus. Die Centeras verfügen über eine Löschfunktion, so dass eine Wiedernutzbarmachung von Centeras nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist der Daten durchaus möglich ist. Derzeit ist EMC mit IBM und anderen Speicher-Herstellern an der Entwicklung einer Standardschnittstelle für die Kommunikation von Applikationen und Speichersystem beteiligt. Dieses Projekt ist unter dem Namen XAM, „eXtensible Access Method“ bekannt und durch den Verbund der Speichersystemhersteller (http://www.snia.org) gemeinsam vorangetrieben.
Ceyoniq (http://www.ceyoniq.de)  war nicht mit einem eigenen Stand vertreten, sondern präsentierte sich bei seinen Partnern bei Microsoft (http://www.microsoft.de), Fujitsu Siemens Computers (http://www.fujitsu-siemens.de)  und NetApp (http://www.netapp.com). Am Stand von Fujitsu Siemens wurde die nscale 6 Lösung vorgestellt, die neue nach dem SOA-Konzept aufgebaute ECM-Plattform. Als wichtigste Neuheiten wurden das BPM-Modul mit dem Übergang von einer dokumentenbasierten Work-flow-Lösung zu einem vorgangsbasierten Work-flow, die neue einheitliche Administrations- und Konfigurations-Oberfläche und die tiefere Integration der elektronischen Signatur betont. Letzteres ist z.B. in einem BPM-Modul „Überprüfung der elektronischen Signatur“ umgesetzt.
Weit entfernt von den Hauptkriegsschauplätzen der ECM-Branche, den Hallen 1, 3 und 9, zeigte sich Betasystems (http://www.beta-systems.com) u.a. in der Halle 17 im Messebereich Banking & Finance, entsprechend der Fokussierung im angebotenen Archivsystem und der Posteingangslösung. Betasystems verfügt mit der Archivlösung EBS 20 über ein Archivsystem speziell für den Bereich „Financial Services“, welches vor allem auf die Massenbelegsverarbeitung ausgerichtet ist. Angekündigt wurde auch die neue Classifying and Governance Solution, der Beta 96 Enterprise Compliance Auditor, der die Klassifikation und Überwachung von E-Mails nach Unternehmensregelwerken, die z.B. Compliance-Anforderungen abbilden, ermöglicht. Das System wird Ende März den Partnern von Betasystems vorgestellt und zunächst in einer Pilot-Installation eingesetzt.
Der Dicom (http://www.dicom.de) Messeauftritt stand ganz im Licht der neuen „IC & E“, der Kofax Intelligent Capture & Exchange Lösung. Diese soll mit der Automatisierung der Erfassung und Weitergabe von Informationen zu einer Verbesserung der Geschäftsprozesse über das Scanning hinaus führen. Elektronische oder papierbasierte Informationen sollen schon beim Eintritt in das Unternehmen automatisiert in die entsprechenden Unternehmensanwendungen übernommen werden. Betonte Features waren dabei zum einen, dass über den Document Scan Server mit einer Web-Service-API von jedem Desktop aus papierbasierte Inhalte erfasst werden können und zum anderen die automatisierte Überprüfung der Dokumente auf Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben mit ggf. eigenständiger Kommunikation mit dem Absender. Sehr gute Einsatzmöglichkeiten sieht das Unternehmen u.a. in Kundenservice-Centern, in denen die Nicht-Telefon-Kommunikation bislang vernachlässigt wurde. Die Übernahme von Captiva durch EMC scheint positive Auswirkungen auf das Geschäft von Dicom zu haben, denn das Unternehmen bemerkt eine Zunahme der Partneranfragen.
D.velop (http://www.d-velop.de) zeigte die ersten Stufen der SOA-Umsetzung der d.3 Lösung, die eine schrittweise Entwicklung bis zur Fertigstellung der vollständig auf SOA basierenden Lösung in 2008 vorsieht. Als erste Module sind die Funktionalitäten Archiv, DMS und Workflow bereits wie Dienste nutzbar. Im Bereich BPM  wurde das Produktmodul d.flow präsentiert, das um einen Regel-Designer erweitert ist. Über einen Wizard lassen sich damit Weiterleitungsregeln und Standardfunktionen grafisch administrieren.  D.velop bemerkt, dass die Integration von ECM-Lösungen in führende Systeme zunehmend gefragt ist und zeigt selber eine Integration des Microsoft Sharepoint in die d.3 Lösung als eine mögliche Client-Umgebung.  Die Unterstützung des Portalstandards JSR 170 ist geplant, jedoch wird mit der Einführung angesichts der mangelnden Nachfrage im Markt noch abgewartet. Die Unterstützung von JSR 283 ist noch offen. Aktiv ist D.velop auch im Umfeld der Gesundheitskarte, einem Bereich dem schon jetzt viel Bedeutung beigemessen wird.
ABBYY (http://www.abbyy.de) präsentierte auf der Messe Lösungen aus den Bereichen Dokumenterkennung, Data Capture und angewandte Linguistik, sowohl in Versionen für den Heim-Anwender als auch Enterprise und Developer Versionen. Dabei sind die Desktop-Produkte als Integration in die Microsoft Office-Lösungen realisiert. Als Neuheit wurde das Produkt FlexiCapture 8.0 Professional vorgestellt, welches die Datenerfassung aus semistrukturierten Formularen und unstrukturierten Dokumenten ermöglicht. Anhand der formalisierten Beschreibung von Dokumenten und der Layouts, die logische Zusammenhänge zwischen einzelnen Feldern und Dokumententeilen sowie Hypothesen zu Aufbau und Struktur umfassen, werden die Dokumente klassifiziert und die relevanten Daten lokalisiert und extrahiert. Eine Validierung ist über einen Abgleich mit einer Datenbank oder der Anwendung vordefinierter Geschäftsregeln möglich.  Im OCR-Bereich ist die Lösung von ABBYY in der Lage mit mehrsprachigen Texten in einem Dokument, bzw. unterschiedlich-sprachigen Dokumenten in einem Batch umzugehen. Der Anwender trifft eine Auswahl der möglichen Sprachen und das System überprüft ständig über einen Wörterbuchabgleich in welcher Sprache das zu bearbeitende Dokument vorliegt. Um den Geschwindigkeitsverlust auf einem akzeptablen Niveau zu halten, sollten allerdings nicht mehr als 4 unterschiedliche sprachen gleichzeitig verarbeitet werden.
StreamServe (http://www.streamserve.com) war am mit seiner SOA-basierten Lösung Persuasion vertreten, die die Nutzung von Informationen aus den Unternehmenssystemen wie ERP und CRM als aufbereitete Dokumente in der Geschäftskommunikation mit Kunden ermöglicht. Zwei der Angebotenten Web Services sind der Composer und der Dispatcher. Im Composer-Modul kann über ein Web-Interface das Ausgabedokument gestaltet werden, unabhängig von der Anwendung, die die Quelldaten hält. Das Dispatcher-Modul ermöglicht die Multi-Channel Distribution, d.h. über Einstellungen im Kommunikationsprofil des Empfängers oder über entsprechende steuernde Metadaten des zu versendenden Outputs können automatisiert unterschiedliche Datenausgabekanäle angesteuert werden. Auf die Frage nach zukünftig am Markt relevanten Formaten, nennt StreamServe das PDF/A – Format, für das das Unternehmen im Sommer  einen eigenen Treiber auf den Markt bringen wird, APF und schließlich das Microsoft-Format XPS. Das Unternehmen konstatiert, dass XPS zunehmend an Bedeutung gewinnt, und das nicht nur im Output-Management sondern auch als Eingangs-Format.
Auf dem VOI-Gemeinschaftsstand präsentierte sich Océ Document Technologies (http://www.odt-oce.com)  mit seinen Lösungen zur automatisierten Posteingangs- und Rechnungsbearbeitung und der semiautomatischen Datenerfassung mit Single Click Entry. Das Invoice CENTER für SAP automatisiert die Erkennung von Rechnungen und die Übernahme der Datenwerte in das SAP-System. Dieser Technologie zu Grunde liegt ein regelbasiertes, lernendes System auf der Basis von Freiform-Erkennung, das sich die Ähnlichkeiten der Rechnungen zu Nutze macht. Die tiefe SAP-Integration wird von Océ als herausragendes Merkmal in der Positionierung gegenüber den Wettbewerbern betrachtet. Auch die Nachbearbeitung von Erkennungsergebnissen mit Single Click Entry ist in die SAP-Lösung integriert. Dem Anwender werden gleichzeitig das Dokument mit den erkannten Datenfeldern und die Eingabemaske angezeigt, so dass er per Maus-Click die Daten in das entsprechende Eingabefeld übertragen kann. Im Bereich der Dokumentenklassifikation können auch 2-dimensionale Barcodes als intelligente Steuerungsmöglichkeiten eingesetzt werden.
COI (http://www.coi.de)  präsentierte als Messeneuheiten die neue Version der BusinessFlow Xtrend mit einem Web Client, der es ermöglicht auf unterschiedlichen Archiven und DMS-Plattformen übergreifend zu recherchieren, und die zertifizierte Anbindung der Lösung an das Speichersystem RISS von HP.  Auch im SOA-Umfeld möchte COI sich positionieren; der Java-basierte Application Server erlaubt das Aufrufen einzelner Funktionalitäten wie Suche oder Ablage aus den Anwendungen heraus.  Für die Massenverarbeitung von COLD- und EDI-Daten wird eine Archivierungslösung angeboten, die mittels serverseitigem Load-balancing performant ist.  Im Umfeld von Energieversorgern und ähnlichen Unternehmen bietet COI Lösungen zur Archivierung technischer Zeichnungen und Pläne sowie Schnittstellen zu geographischen Informationssystemen. Bei der Anbindung an CAD-Systeme kann die Archivierung z.B. erfolgen, indem ein Extrakt der Zeichnung, bzw. eine Ansicht einer Zeichnung al PDF eingefroren wird. Eine eigene Klassifikationslösung hat COI nicht, sondern bietet vielmehr Fremdlösungen an, wie den Ascent Capture Mailroom von Dicom und in der Rechnungseingangsbearbeitung 4invoice von Seeburger. COI bietet aber eine eigene Lösung zur Erfassung unstrukturierter Daten, ursprünglich als Suchmaschine entwickelt, die automatisch Metadaten und Abstracts generiert. Die Vorerfassung bei dem Massenimport aus einem Filesystem in ein Archiv ist eine Einsatzmöglichkeit der Lösung.
Der letzte Besuch auf der Messe galt windream (http://www.windream.de), die ihr neues Workflowsystem, windream BPM, vorstellte. Die Lösung ermöglicht eine flexible Verarbeitung von Prozessen unterschiedlichster Art, die sich in dem speziellen windream Workflow-Designer modellieren lassen. Weitere Bestandteile der BPM-Lösung sind ein Formulardesigner sowie ein in die Benutzerverwaltung integriertes Rollen- und Gruppenkonzept. Grundsätzlich legt das Unternehmen Wert darauf, dass das ursprünglich als Dokumenten-management- und Archiv-Erweiterung für das Windows-Betriebssystem entwickelte System auch von nicht-Windows-Clients nutzbar ist: Linux- oder MacOS-Anwender können über einen Webbrowser direkt Dokumente auf einem windream-Server öffnen, bearbeiten und speichern. Dies ist eine Öffnung des Portfolios, um nicht nur als „Windows-Erweiterung“ wahrgenommen zu werden. Dennoch liegt der Schwerpunkt von windream in der Kombination mit Microsoft-Produkten.
Ausblick
Der Erfolg der diesjährigen CeBIT wird sicher den einen oder anderen Anbieter, der in diesem Jahr fehlte, dazu veranlassen, neu über sein Engagement nach zudenken. Die CeBIT selbst wird sich verändern und ob die bisherige Aufteilung und Zuordnung der Hallen bestehen bleibt, ist noch offen. Neben den klassischen DMS-Anbietern und den großen Firmen in Halle 1 bildet sich deutlich ein neuer Schwerpunkt in Halle 3 - Web Content – Management und Dokumentenmanagement finden als Enterprise Content Management immer mehr zusammen.  (SR/Kff)
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