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Gartner Magic Quadrant 2009: Social Software
In seinem aktuellen Magic Quadrant für den Social Software Markt, der am 22.10.2009 offiziell fertiggestellt worden ist, befasst sich Gartner mit dem Bereich der internen Nutzung durch Mitarbeiter in einer Organisation/Unternehmen und beabsichtigt eine Schärfung des Scope für die Bewertung der jeweiligen Anwendungen. Als wichtige Kriterien führt Gartner „Social Networking and Search“, „Communities and Collaboration“ und „Discussion and Comments“ an. Im Magic Quadrant finden sich nur „suite-like products“ wieder, darunter fallen Anwendungen, die entweder eine Vielzahl der wesentlichen Social Software Funktionalitäten mitbringen oder ein Anbieter in der Lage ist, externe Service/Applikationen oder Third-Party Lösungen einzubinden. Der Magic Quadrant setzt sich aus den zwei Achsen „Ability to Execute” und “Completness of Vision” zusammen. Daraus ergit sich dann eine 4-Felder-Matrix in der sich Leader, Challengers, Visionaries und Niche Players wiederfinden.
Interessant ist hierbei das Verhältnis der Anbieter für Standardsoftware, die die Funktionalität von Social Sofware zusätzlich oder integriert in andere Produkte anbieten, un den Spezialisten, die aus dem Web-2.0-Umfeld kommen hochspezialisierte Plattform-Lösungen nur für die dieses Thema anbieten.
Im Quadranten der führenden Anbieter („Leader“) finden sich beide Gruppen wieder. So sind Microsoft Office SharePoint und IBM Lotus Connections zur ersteren Gruppe, Jive Social Business Software dagegen zur zweiten Gruppe zu rechnen. Microsoft steht dabei erstainlicher Weise im Bereich „Ability to Execute“ an erster Stelle, während Jive bei der „Completeness of Vision“ vorne liegt. IBM hingegen liegt etwas im Hintertreffen.
 
Gartner, Inc.
2009 Magic Quadrant for Social Software in the Workplace
Gartner Magic Quadrant Social Software – as of October 2009
Im Quadranten der Herausforderer („Challengers”) finden sich die Anbieter wieder, welche zwar ein gut positioniertes Produkt haben, bei denen jedoch bezüglich der Marktpositionierung und der weiteren Entwicklung nach Meinung von Gartner Unsicherheiten bestehen. Dazu zählen der ECM-Generalist Open Text und der Web-2.0-Spezialist Atlassian Confluence als Wiki-Anbieter.
Im Quadranten der „Visionaries” finden sich die Anbieter wieder, welche zukunftsweisende bzw. visionäre Produkte anbieten, die gute Chancen haben sich auf dem Markt zu etablieren. Dabei sind vor allem Google, Drupal und Socialtext zu erwähnen. Besonders Google kann mit seinen Applikationen, welche die Kollaboration und Kommunikation unterstützen, sowie seinen neuesten Entwicklungen in Bezug zu Google Wave punkten und hält durch seine Bekanntheit und Verbreitung eine besonders gute Ausgangsposition inne.
Im Quadranten der Nischenabieter („Niche Players”) finden sich die meisten Anbieter, wieder. Hier sieht man von einem jahr auf andere immer die höchste Fluktuation – wer gerade übernommen wurde oder weniger Marketing-Budget hat, verschwindet, aber im ehr dynamischen Markt kommen immer wieder neue Spieler hinzu. Im Vergleich zu den Vorjahren ist natürlich die Entwicklung und Positionierung der großen Anbieter wichtig, da sie auch im Web 2.0 die Richtung vorgeben. Daher richtet sich der Blick auf IBM, Microsoft und Google (die sich langsam von unten rechts ind en geliebten oberen rechten Quadranten schieben). IBM hat Problem mit Lotus Komponenten und Quickr den Anschluss zu halten. Positiv werden Schnittstellen und Intergationsfähihkeit bewertet. In diesem Magic Quadrant wurde noch der MOSS 2007 positioniert. Microsoft kann sich mit dem neuen Sharepoint 2010 noch erheblich verbessern und zur Integrationsplattform für Enterprise 2.0 machen. Die von Gartner aufgeführten Mängel von MOSS im Social Software Angebot von Microsft sind im Sharepoint 2010 schon deutlich verbessert oder ganz behoben. Google ist der große Unbekannte, da Wave noch in Entwicklung ist und offenbar noch einiges im Köcher des Anbieters schlummert (und zuweilen aufblinkt, wenn Google-Manager sich unverständlicher Weise mit Kommentaren versteigen, die vermuten lassen, dass Google nach der Weltherrschaft strebt). Ob man Jive als Unternehmen richtig ernst nehmen muss, ist eine ganz andere Frage. Im Vergleich mit den Branchen-Boliden ist man mit 200 Mitarbeitern doch etwas unterdimensioniert. Allerdings ist Jive SBS 4.0, das von Gartner nicht mit berücksichtigt wurde, eine sehr interessante neue Softwareversion. Der Markt wird sich zu dem stark verändern, da die Unterschiede zwischen Produktanbieter und SaaS-Angebot zunehmend verschwinden. (Gartner/Kff)
 
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